Höhlen im Phong Nha-Ke Bang Nationalpark

Im Zentrum Vietnams liegt der Phong Nha-Kẻ Bàng Nationalpark. Unzählige Höhlen liegen hier inmitten eines großen mit Regenwald bewachsenen Karstgebirges. Die bekanntesten unter ihnen sind die Phong Nha Höhle und die Thien Duong Höhle (Paradise Cave), beide können besichtigt werden.

Thien Duong

Der Nationalpark

Dort wo Vietnam einen schmalen Streifen zwischen der Grenze zu Laos und dem Südchinesischen Meer bildet, liegt der Phong Nha-Ke Bàng Nationalpark. Als Teil des Annamiten-Gebirgszugs, der sich bis nach Laos zieht, liegt hier die älteste Karstregion Asiens. Sie ist vor 400 Millionen Jahren entstanden. Andere asiatische Karstregionen liegen z.B. bei Vang Vieng (Laos) oder bei Krabi (Thailand) sowie in Vietnam an der Halong Bucht oder Ninh Binh.

Im Nationalpark sind viele Tierarten beheimatet, teilweise sind sie sehr selten und manchmal werden sogar neue Tierarten entdeckt, wie der Riesenmuntjak oder das Annamitische Streifenkaninchen. In dieser abgelegenen Gegend befinden sich insgesamt mehrere hundert Höhlen, Grotten und unterirdische Flüsse, teils sogar mit unterirdischen Wasserfällen. Die größte Höhle der Welt liegt hier, die Son Doong Höhle, die (bisher) allerdings nur sehr sehr eingeschränkt besichtigt werden kann.

Seit 2003 zählt die Region zum Weltnaturerbe der UNESCO.

 

Die Phong Nha Höhle

Ursprünglich wurde die Höhle von einem Franzosen entdeckt, aber erst 1990 machten britische Höhlenforscher auf die Höhle aufmerksam. Die Phong Nha Höhle ist insgesamt 7.800 Meter lang und die ersten 600 Meter sind öffentlich zugänglich.

Mit einem Boot geht es in die Höhle und nicht weit vom Eingang legt es schon rechts an. Stufen führen in die ersten beiden Grotten. Stalaktiten und Stalagmiten prägen die Höhle, deswegen wird sie auch die Höhle der Zähne genannt.

Eine Attraktion in ist die Engel-Grube (Angel Cavern) mit einer großen Grotte die wie ein Engel aussieht. In seiner Mitte ist ein großer beeindruckender Stalagmit, man sagt er sei Ho Chi Minh ähnlich.

In einer weiteren Höhle (nur zur Trockenzeit kommt man dort hin) sind noch Schriftzeichen der Cham an den Wänden zu finden. Außerdem gibt es noch Spuren von Ruß, denn während des Vietnamkriegs war hier ein Lazarett. Zugleich ist sie mit 30 Metern die höchste Höhle.

 

Paradise Cave oder Hang Thien Duong

Die Paradies-Höhle (Thien Duong) wurde erst 2005 entdeckt. Mit ihren 31 Kilometern ist sie deutlich länger als die Phong Nha Höhle. Über Holzstege und Plattformen können Besucher den ersten Kilometer in die Höhle hinein laufen und die Formationen an der Höhlendecke und am -Boden bestaunen. Die Höhle ist 30 bis 100 Meter breit, an ihren weitesten Punkt sogar 150 Meter.

 

Tien Son Höhle

Nicht weit von der Phong Nha Höhle liegt die kleinere aber ebenfalls großartige Tien Son Höhle. Sie wurde schon 1935 entdeckt und ihr erster Name Don Tien bedeutete “Höhle der Feen.” Sie wurde aber in Tien Son (trockene Höhle) umbenannt als Gegensatz zur unter Wasser stehenden Phon Nha. Sie ist insgesamt fast 1000 Meter lang und ca. 400 Meter vom Eingang entfernt ist ein 10 Meter tiefer Abgrund zu sehen. Die Höhle ist mit farbigem Licht ausgeleuchtet.

 

Anreise

45 Km von der Phong Nha Höhle entfernt liegt der Ort Dong Hoi, der meist als Ausgangspunkt dient. Von dort kann man mit einer Tour oder einem gemieteten Motorrad die Höhlen erreichen.

Dong Hoi liegt an der Zuglinie Hanoi – Ho Chi Minh Stadt und ist mit der Eisenbahn zu erreichen. Außerdem gibt es einen kleinen Flughafen.

Busse von und nach Hue fahren täglich (DMZ Transfer Busses), auch die OpenTour Busse zwischen Hanoi und Hoi An halten hier.