Hanoi

Hanoi ist die Hauptstadt Vietnams und voller Sehenswürdigkeiten. Doch es ist mehr, was diesen Ort so anziehend macht: Hanoi ist entspannt und zugleich verrückt, schön und vollgestopft-wuselig. Die Stadt ist voller Gegensätze die dennoch zusammen passen und ihr einen eigenen Charme geben.

das Opernhaus von Hanoi

Es sind vor allem die alten Gebäude, teils noch aus der Kolonialzeit der Franzosen, die Hanoi das ganz eigene Gesicht geben. Es ist aber auch der starke Verkehr und die vor allem mit Motorrädern vollen Straßen. Es sind die tollen Restaurants und das Leben, das oft draußen stattfindet, der von vielen so gemochte vietnamesische Kaffee und gemütliche französische Cafés. Und Hanoi ist nicht nur ein tolles Reiseziel, sondern auch ein Ausgangspunkt zu den Zielen im Norden Vietnams wie die Halong-Bucht, Sa Pa oder Ninh Binh.

Verkehr in Hanoi: Ein ChaosHanoi ist die älteste Hauptstadt Südostasiens, schon 1010 wurde sie als Zitadelle Thang Long gegründet. Im Laufe der Jahre wurde der Ort mehrfach umbenannt, zeitweise bei Invasionen erobert und hat ihre Funktion als Hauptstadt abgegeben an Hue (1802-1945). Den jetzigen Namen Ha Noi (“Stadt innerhalb der Flüsse”) hat sie von Kaiser Minh Mang 1831 bekommen. Von 1883 bis 1945 war Hanoi das Zentrum der Verwaltung der Kolonie Französisch Indochina. Aus dieser Zeit stammen auch das Französische Viertel, die breiten Alleen, die Oper und die Kathedrale.

 

Sehenswürdigkeiten in Hanoi

Es gibt viel zu sehen in Hanoi und manchmal sind es die kleinen Dinge. Dennoch, eine Auswahl der schönsten Highlights stellen wir hier vor:

 

Der Hoan Kiem See

Der See liegt in direkter Nachbarstadt der Altstadt, eine Legende rankt sich um den See: Als Vietnam im 15. Jahrhundert von den Chinesen besetzt war, übergab eine goldene Schildkröte aus dem See dem Fischer Le Loi ein magisches Schwert. Das machte ihn unbesiegbar und er Schlug damit die Truppen der Feinde und wurde daraufhin König. Als er am See die Schildkröte wieder traf, löste sich das Schwert, stieg in den Himmel und verwandelte sich in einen Drachen.

Im See gibt es zwei Inseln, auf der kleineren steht der Schildkrötenturm. Die größere Insel und der darauf liegende Jadeberg-Tempel (Den Ngoc Son) kann über die The-Huc-Brücke besucht werden. Von der Hauptverkehrsstraße um den See bekommt man hier nichts mehr mit.

Es heißt noch heute, riesige Schildkröten würden im See leben. 1968 wurde eine (tote) Schildkröte gefunden, sie ist heute ausgestopft im Jadeberg-Tempel ausgestellt.

 

Die Einsäulenpagode

Einsäulenpagode in HanoiDie Pagode Chua Mot Cot steht, wie der Name schon sagt, auf nur einer Säule. Das macht sie zu etwas besonderem und zu einer Art Wahrzeichen von Hanoi. Die Pagode soll an eine Lotusblume erinnern, in Auftrag gegeben hat sie Kaiser Thai Thong. Denn im Traum war ihm die Göttin der Barmherzigkeit erschienen, die ihm einen Jüngling entgegen reichte. Kurz darauf wurde der Sohn, den er sich so sehr wünschte, geboren. Als Dank ließ der der Göttin die Einsäulenpagode bauen. Noch heute kommen viele Vietnamesen hierher, um Quan Am, die Göttin der Barmherzigkeit, zu verehren.

 

Die Altstadt (Old Quarter)

Die kleinen Gassen, oft sogar ohne Autoverkehr, bilden ein enges Netz. In den schmalen alten Häusern sind Geschäfte für Souvenirs, Stoffe, DVDs, Kleidung, Gemüse oder Propagandaposter untergebracht. Das Viertel eignet sich hervorragend für einen Bummel. Vor kleinen Cafés und Bars sitzen die Menschen auf Plastikhockern auf der Straße und trinken Kaffee oder Bier.

Eine Besonderheit der Altstadt ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen: Die Häuser sind zwar schmal, reichen aber tief in den Häuserblock hinein. Es ist nicht selten, dass so ein Röhrenhaus 100 Meter lang ist und sich eine zweite Welt hinter der ersten Fassade auftut: Wer durch die kleinen Tunnel zwischen den Hauseingängen geht kann versteckte Restaurants oder Bars finden.

 

Da Ho Chi Minh Mausoleum

Mausoleum von Ho Chi MinhDas Mausoleum mit dem einbalsamierten Körper Hoh Chi Minhs im Glassarg gehört zu den ganz eigenen Sehenswürdigkeiten Hanois. Mächtig und präsent liegt das graue Mausoleum am großen leeren Ba Dinh Platz. Soldaten in weißen Uniformen bewachen das Gebäude und den Leichnam Ho Chi Minhs. Dennoch ist es möglich, den gut erhaltenen Onkel Ho zu besuchen. Der Andrang ist oft groß und eine Schlange bildet sich vor dem Gebäude. Taschen und Kameras dürfen nicht mit hinein genommen werden und das Filmen und Fotografieren ist verboten.

 

Wasserpuppentheater

Das Wasserpuppentheater gibt es nur in Vietnam, besonders im Norden ist es populär. Das bekannteste ist das Thang Long Theater am Hoan Kiem See in der Nähe der Altstadt. Wer eine der ca. 45 Minuten langen Vorstellungen besuchen möchte, sollte schon ein paar Tage im Voraus sein Ticket kaufen.

Das Besondere am Wasserpuppentheater: Die Bühne steht unter Wasser, darin (oder darauf) werden die Puppen mit Stöcken und Fäden bewegt. So tauchen die Puppen aus dem Wasser auf, spucken es manchmal auch, drehen ihre kleinen Schirmchen oder tanzen als Paar über die Wasseroberfläche. Neben der Bühne sitzen Musiker, sie begleiten das Stück mit ihren Instrumenten und singen dazu.

 

Das Opernhaus

Die Oper ist ein Stück Frankreich in Hanoi, so sehr ähnelt sie Ihrem Vorbild der Opéra Garnier in Paris. Gebaut wurde sie 1901-1911 als Teil des Französischen Viertels. In den ersten Jahren wurden hier vpr allem italienische und französische Opern aufgeführt. Nach Abzug der Franzosen folgten vietnamesische Stücke und Musicals. Heute wird wieder ein internationales klassisches Repertoire aufgeführt, teils mit Ballett. Opern vietnamesischer Komponisten werden ebenfalls gezeigt.

 

Die Kathedrale

Wie so vieles von den Franzosen hinterlassene erinnert auch die St Josephs Kathedrale in Hanoi ein wenig an Notre Dame bzw. an französische Kathedralen. Sie befindet sich im Zentrum Hanois an der Nha Tho Straße, hier hat der katholische Erzbischof von Hanoi seinen Sitz. Gebaut wurde das Gotteshaus auf Initiative des Missionarbischofs Paul Francois Puginier und 1886 eingeweiht. Vielleicht beeindruckt Sie westliche Besucher auch deswegen, weil man im konfuzianistisch geprägten Vietnam nicht unbedingt eine Kathedrale erwarten würde.

 

Der Literaturtempel

Van Mieu, wie der Literaturtempel auch genannt wird, ist eine ganze Anlage bestehend aus mehreren Höfen. Entstanden ist sie schon vor ca. 1000 Jahren. Das Besondere (und daher wohl auch ihr Name): Die Anlage war die erste Universität Vietnams. Ursprünglich wurde der Tempel zur Verehrung Konfuzius gebaut und wurde später als Akademie erweitert.

Das Innere wird von mehreren Innenhöfen gegliedert, die jeweils durch Portale miteinander verbunden sind. Das mittlere Portal ist besonders bekannt mit seinen vier runden Fenstern und dem Sternbild der Literatur. Im dritten Hof tragen mehrere Schildkröten große Steine, in denen die Namen der Absolventen vergangener Jahrgänge eingemeißelt sind.

 

Unternehmen und Ausprobieren

  • Spaziergang durch die Altstadt
  • Eine Runde um den Hoan-Kiem-See drehen
  • Abends ein Bier auf einem Hocker in der Altstadt trinken
  • Essen und soviel wie möglich probieren
  • Ho Chi Minh besuchen

 

Anreise

Flug: Der Noi Bai International Airport (HAN) liegt 35 km (je nach Verkehr 45-60 Minuten) außerhalb der Stadt. Vietnam Airlines hat hier ein Drehkreuz, außerdem fliegen die meisten asiatischen Airlines und eine Reihe arabischer und Europäischer Fluggesellschaften Hanoi an.

Züge nach Naning in China fahren ab dem Gia Lam Bahnhof. Alle anderen Züge innerhalb Vietnams fahren zum Hauptbahnhof (Hanoi Station), u.a. die Verbindungen in den Süden nach Hoh Chi Minh Stadt und in den Norden nach Lao Cai (Sa Pa).

Bus: Selbstverständlich verkehren sowohl die Open Tour Busse als auch öffentliche Busse von und nach Hanoi.